Kein schlaf

Wie es mich beherrscht. Schon seit tagen dieses fieber im denken, diese sich häufenden ideen und diese einfach passenden eindrücke aus der welt. Dann diese unstoppbaren gedanken in der nacht. Heute fand ich keinen schlaf, zwei schlaftabletten halfen nicht – es wollte nicht auf morgen verschoben werden. Es musste raus. So lag ich im halbschlaf und dachte und dachte, verknüpfte, liess mir einfallen, generierte aus gedankenpunkten ideen. All das schrieb ich auf, mit schreibkrampf wegen der ganzen randnotizen um nichts wesentliches zu vergessen, was hilfreich sein könnte, und um es aus dem schädel zu bekommen.

Nun habe ich entwürfe zu projekten, einen autobiographischen text (im notizbuch mit dem nicht abbrechenden fluss der worte auch schon komplett ausformuliert), diverse gedankennotizen im bereich philosophie und soziologie…

Solche stunden sind die hölle. Doch dieses grummeln muss sich irgendwann äussern. Irgendwann ist dann auch ruhe. Früher unterdrückte ich diese kreativen flows, weil ich keine zeit hatte, ich musste schliesslich arbeiten. Doch mit der zeit wurden sie stärker und stärker. Zuerst in form der wütender innerer scheie, ohne richtung, zu den widersprüchen um mich herum, dann waren es textfragmente, die hervortraten, klänge, ideen, neue interpretationen von gegebenheiten.

Ein weiteres unterdrücken war für mich nicht möglich. Ich war arg depressiv und hing nicht mehr an meinem leben, da ich mich ständig selbst verleugnete. Dann zog mein körper die notbremse. Ich bekam krebs. So hatte ich die zeit wieder meinem eigentlichen ich zu finden.

Einige schlaflose nächte mit der qual der gedanken und dem schreibkrampf sind mir wesentlich lieber als die stumpfheit, die resignation und die stummheit die mir das leben monoton und wertlos machten.

Jetzt ist es zeit für ein paar stunden schlaf. Es wird stiller im kopf, der körper langsam zur ruhe.

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