SOX

Liebes internettagebuch,

heute ist auch wieder einer dieser sekundentage. Andauernd bimmelt der funkfernsprecher. Niemand ist dran. Der fernsprecher möchte mich mal wieder nur auf einen termin hinweisen: Der termin zum aufstehen. Der sicherheitstermin, falls ich das aufstehen verschlafe. Die „erinnerung“ noch eine nachricht zu schreiben. Der termin heute um drei…

Sicherlich ist es für einen menschen mit sieblöchrigen gehirn wie mich eine gute hilfe, eine funktionierende prothese für das gehirn, dieses gerät. Aber manchmal nervt das blecherne gebimmel nur. Und – um es nebenbei zu erwähnen – als klingelton verwende ich das stück „Daisy bell“, sprachsynthetisch gesungen von einem ibm grossrechner in den siebziger jahren. Es war das erste erfolgreiche experiment, einen rechner singen zu lassen. Das stück wurde vermutlich ausgewählt, da die forschung bei den bell-laboratories durchgeführt wurde.
Anspielungen auf dieses experiment finden sich unter anderem im film 2001 (in dem HAL das lied bei seiner abschaltung singt (in der deutschen version unpassenderweise durch „Hänschen klein“ ersetzt)) und in einer folge von futurama (gesungen von Bender ). Und für alle die es noch nicht gemerkt haben: nimmt man bei „HAL“ jeweils den nächsten buchstaben im alphabet, so erhält man „IBM“ – ein zufall?
Ich wählte das stück nicht zufällig, sondern wegen der fatalen rolle der immer unfangreicheren funktion der unterwegstelefone und der damit verbundenen fehleranfälligkeit. Meines läuft gar – wie schrecklich für jemanden, der auch gern mal die kommandozeile benutzt – unter windws, und ist somit auch in der lage abzustürzen (was es, um es mal erwähnt zu haben, selten macht).

Das erinnert mich an die gestrigen codec-schmerzen. Ja, es war wieder einmal so weit. Bei zwei windosen bleibt das nicht aus. Diesmal waren es die sprachaufzeichnungen, die diktiergerätfunktion des unterwegstelefons, die für meinen pc unabspielbare wav-dateien erzeugte. Dadruch lernte ich das msgsm-format kennen. ffdshow unterstützt dies vorteilhafterweise, jedoch muss man es ersteinmal aktivieren. Dann fehlte mal wieder ein programm zum konverieren in „normale“ wav-dateien, da das einzige prgramm, welches die windows-codecs bei mir dafür verwendet, etwas zu langsam dafür war. Bei sourceforge.net fand ich sox, ein kleines, universelles kommandozeilen-tool für die samplekonvertierung, welches mir nach dem schreiben eines kleines skriptes nun ganze verzeichnisse mit msgsm-wavs in normale adpcm-wavs konvertiert. Die parameter immer wieder zu tippen ist doch etwas lästig. Das ganze sah dann so aus:

#!c:/bin/bash.exe
mkdir conv_wav
for i in *.wav
do
echo Processing sox -v `sox „$i“ -e stat -v 2>&1` „$i“ -c 1 -r 8000 -A conv_wav/“$i“
sox -v `sox „$i“ -e stat -v 2>&1` „$i“ -c 1 -r 8000 -A conv_wav/“$i“
done

 

Das sieht vermutlich für die meisten uneingeweihten sehr kryptisch aus und für eingeweihte dillitantisch. Aber es erfüllt seinen zweck und erspart mir sehr viel stumpfe arebeit (absichtlich etwas älter geschrieben).

Jetzt könnte ich eigentlich alle meine beiträge ins telefon sprechen und als mp3 hier verlinken – aber ich glaube, das wollte niemand.

Aber anderes: Der erste grobe schnitt meines ersten selbstgedrehten werbespots ist fertig. Der „fruchtalarm“-spott von müller inspirierte mich zu einer interpretation. Mein spot heisst „hirnalarm“. goebelmasse fand die tonspur so inspirierend, dass er daraus gleich ein stück machte.

Und nun sitze ich schon wieder an diesem rechnengerät und beschreibe menschen, die auch an einem solchen sitzen das, was ich gestern an diesem rechengerät gemacht habe. Das ist schon etwas grotesk.

Deshalb – und weil der funkfernsprecher mich schon wieder an etwas bimmelnd erinnert – findet dieser beitrag auch nun ein ende.

Ende,
liebes internettagebuch

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