T-com aufriss

Einen besseren morgen als ich ihn habe, wünsche ich dir, liebes internettagebuch!

Als ich vorhin um etwa halb acht aufwachte, fühlte es sich an, als hätte ich einen dieser fürchterlich anstrengenden tage, die mit kopfschmerzen enden, bereits hinter mir. Das dies nicht der fall sein konnte, sagte mir irgendwie schon meine intuition. Das sammeln von indizien brachte dann gewissheit: Ich war gerade aufgewacht. Dafür sprach das spiegelbild, welches trotz allem narzissmus nicht so recht gefallen wollte. Dann war da dieser ungelenke körper, der fortwährend morgenmuffelige stöhn- und schmerzlaute hervorbrachte, während er mich durch die gegend trug, automatisch kaffee machte und die nächtliche abfallproduktion der nieren in die kanalisation verklappte.

Vorsichtig öffnete ich den vorhang vor dem fenster einen spalt breit und schaute nach draussen. Was ich dort sah, vermochte mich so überhaupt nicht zu begeistern, dass ich den vorhang wieder schloss.

Kaffee, kopfschmerztablette, kippe – so muss ein tag anfangen um schon am morgen gelaufen zu sein. Nach einer halben stunde ohne fühlbare besserung eine weitere tablette mit anderem wirkstoff. Eine stunde nach dem aufstehen hatte ich endlich einen relativ schmerzfreien kopf und das in ihm befindliche denkorgan wurde sich nun zunehmens seiner müdigkeit bewusst.

Und, da war doch was… Hatte ich gestern wirklich beobachten können, wie mittags die t-com einen neuen telefonverteilerkasten vor dem haus aufgestellt hatte und nur zwölf stunden später, gegen mitternacht, irgendein fahrradfahrer anhielt um dort gegen zu urinieren? Hatte ich danach wirklich die anzahl der spaghetti in einer 500g-packung durch durchzählen ermittelt und ein gedicht darüber verfasst? Hatte ich wirklich als letzte notiz vor dem einschlafen geschrieben: „Speiballen speien speiballenspieler beim speiballenspielspieler spielen, spielend“? Ja!, all das war zu akzeptierende wahrheit, jedoch kein grund mit kopfschmerzen aufzuwachen.

Jetzt ist es halb zehn. Zeit, den heutigen, unheiteren tag in zwei tage zu unterteilen und schlafen zu gehen; ein paar stunden nur, sozusagen ein warmstart für klareren kopf und mehr wachheit. Wo gehobelt wird da klappern zähne. Und wer mit andern eine grube gräbt ist nicht allein.

Gute nacht, liebes internettagebuch.

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