Konzertbericht: Arundo / Cella´Door und das danach

Was für ein tag. Inzwischen dämmert es. Ich wollte schon lange schlafen, doch die gedanken wollen mich mal wieder nicht loslassen. Irgendetwas muss doch heute noch an text aus mir rauswollen. Nur ein wenig, damit der kopf leerer wird und die schlaftablette tapfer ihren dienst vollrichten kann.

Im labor – einer location hier zu hannover – war heute eine kleine feierlichkeit mit zwei livebands. Zum einen Arundo und zum anderen Cella´Door (über jene schrieb ich schon vor einigen tagen). Und letztere band wollte ich schon seit geraumer zeit mal live sehen. Alle bisherigen termine habe ich verpasst oder gar nicht mitbekommen. Natürlich liegt die erste EP bei mir rum und lange schon wollte ich mal ein interview mit den sieben mitgliedern für meine sendung bei ta-radio machen. Aber wie der faule arsch so will, wurde bisher nichts daraus. Gut, ein paar andere gründe gab es auch noch.

Doch nun bot sich die gelegenheit. Über ein jahr bin ich nicht mehr „weggegangen“, ich war frustriert über die locations, die besucher über mein leben. Dann kam eine zeit der trauer, gefolgt von einer depression dazwischen. Wie das leben halt so spielt.

Rasiert, geduscht, die haare gekämmt, konnte ich mich mal wieder unter menschen wagen. Im begleittext zur veranstaltung in verschiedenen foren, wurde empfohlen rechtzeitig um 22:30 uhr zu erscheinen, da man pünktlich loslegen wolle.

Hätte ich diese rheinische ruhe weg, wär ich sicherlich erst um 23 uhr aufgetaucht. Also genau zur richtigen zeit. So musste ich halt noch etwas warten. Ich war erstaunt, trotz nunmehr über einjähriger abstinenz noch so viele bekannte gesichter wieder zu sehen.

Arundo eröffneten den abend mit einer kombination mittelalterlicher und zeitgenössischer instrumente und liedern, die sich auch in diesem zeitlichen intervall bewegen. Leider scheint die anlage im labor nicht so toll zu sein und mit dem mix gab es vor allem am anfang einige probleme. Dem sound fehlte insgesamt ein gutes fundament in den tiefen frequenzen – aber ich denke dies hat der mensch am mixer verbockt.

Die kombo – die ich hier das erste mal sah und von denen ich noch ein paar mitglieder aus den „guten alten zeiten“ kenne, spielten sich schnell warm. Das publikum war wenig und doch recht zurückhaltend. Doch mit der zeit besserte sich das – das letztere. Ja, die veranstaltung war dünn besucht. Ich hätte beiden bands ein etwas grösseres auditorium gewünscht. So war es eher vorgemütlicher füllstand der location. Wer nicht dort war hat etwas verpasst.

Cella´Door spielten nach einer kleinen pause für den umbau etwa ab 0 uhr 15. Vor dem losfahren ging ich noch davon aus, um die uhrzeit langsam den heimweg antreten zu können. Da hatte ich mich gründlich verrechnet.

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Quelle: celladoor.de

Es brauchte ein paar lieder, bis die stimmung auf das publikum überspringen zu vermochte, obwohl Cella´Door von anfang an mit einer musikalischen collage aus treibender geschwindigkeit, schwerer e-gitarre, soprangesang mit hohem gänsehautfaktor und ausdrucksstarkem männlichen gegenpart bis hin zu melancholischen einlagen an der geige, alles taten um die anwesenden in fahrt zu bringen. Das ganze zudem sehr gut abgerundet durch einen spielsicheren drummer, ein solides fundament durch den bass. Komplettiert wurde der sound durch einige synth-klänge.

Das mixing war ähnlich bescheiden, wie schon bei Arundo, die PA ohrenscheinlich schon etwas über ihrer leistungsgrenze. Hier und da eine rückkopplung im bassbereich (unangenehm wenn man noch nichts gegessen hat) und spitzenpegel, die schon leichtes schwindelgefühl auslösten: Und ich wusste: ohne pfeiffen in den ohren kommst du nicht nach hause. Aber das war es wirklich wert. Es gab die eine oder andere dissonanz zu hören, als sei das monitoring auf der bühne nicht ausreichend. Davon abgesehen war ich sehr angetan von der gesamten darbietung.

Cella’Door liessen während der gesamten spielzeit nicht nach, schafften es eher, den geneigten zuhörer immer weiter in ihren bann zu ziehen und machten appetit auf das nächste album. An dieser stelle möchte ich meine hoffnung zum ausdruck bringen, dass dieses doch bald erscheinen möge. Das neue material ist eigentlich durchweg ein hinhörer. Ich bin gespannt, was im studio daraus wird.

Nach einer längeren zugabe, bei der die band durch einen ausfall des lichtes zeigen konnte, dass sie auch in dunkeln spielen können – und das sogar richtig gut – war es auch schon kurz vor zwei und die party fing an. Dafür hatte ich allerdings nicht mehr die kondition und nach einem jahr abstinenz waren zwei gruppen an einem abend genug. So trat ich den heimweg an, mit pfeiffen im ohr aber glücklich mal wieder gute musik live gehört zu haben. Zudem war der eintrittspreis von nur 5 euro weit unter meinen erwartungen.

Auf dem heimweg, während der wartezeit an der haltestelle, spürte ich dann eine leichte migräne in meinen kopf steigen. Das war offenbar zusammengenommen zu viel für einen tag. Zuhause wartete eine erlösende tablette und das thema war damit auch durch.

Fazit: Ein zwar anstrengender, jedoch gelungener abend. Arundo oder Cella’Door live? Immer wieder gern!

Leider hatten mich die akkus meiner kamera verlassen, sonst hätte ich noch ein paar photos an den bericht angehängt. Aber es haben viele dort photographiert – ich versuche mal ein paar bilder zu bekommen oder deren ort im netz ausfindig zu machen.

 

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Trackbacks & Pingbacks 1

  1. From Gefunden at Nachtgedanken on 25 Jun 2006 at 2006.175 08:20

    […] Nach meinem anstrengenden konzerttag suchte ich per technorati mal nach “Cella´door”, um zu sehen, ob anderen vielleicht schonmal was geschrieben haben, auf das ich zusätzlich noch verlinken kann. Ich fand ~Bittersweet Memories~ einen der texte der band. Und da ich denke, dass menschen, die die lyrics einer band zitieren jene auch hören, fing ich einfach mal an, die anderen einträge im blog zu lesen – so wie das halt manchmal passiert. Viele der dinge, die Ashura schreibt, kommen mir aus meinem leben bekannt vor. […]

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