Aufgewacht
Viertel vor fünf und ich wach auf? Was soll denn das bitte für eine zeit sein? Noch nichteinmal der bäcker hätte jetzt schon offen. Gut, als ›wach‹ kann man den zustand in dem ich bin nun wirklich nicht bezeichnen. Die wachheit dominiert und brachte den versuch wieder einzuschlafen zum scheitern.
Vermutlich geht wieder irgendwas in meiner birne ab, was ich noch nicht absehen kann. Dabei habe ich doch mein baldrian für besseres durchschlafen genommen. In dem zustand erzeugt das schreiben eine grosse unlust und die äussert sich in müdigkeit. Ich kann kaum geradeaus schauen. Doch ich kenne das schon. Sobald ich wieder im dunkel liege kann ich nicht einschlafen. Deshalb quäle ich mich noch etwas mit schreiben, damit genug unlust für eine weitere mütze voll schlaf zusammenkommt.
Wenn ich bedenke wieviele menschen sich tag für tag in einem solchen zustand zur arbeit schleppen. Ich habe sie oft genug in den frühen strassenbahnen gesehen, dösend oder mit müdem blick. Und ich habe das früher auch gemacht. Nach einer nacht, in der ich stundenlang nicht einschlafen konnte wegen der angst am nächsten tag zu verschlafen. Grauenhaft. Nichts ist so würdelos wie müde menschen, die zur arbeit fahren.
Absurd sind diese menschen, die sich so zur arbeit schleppen oder die, die stolz berichten, mit wieviel grad fieber sie sich zur werkstätte geschleppt haben. Dabei haben sie vermutlich etliche leute angesteckt, die einige tage später dann auch diesen spass haben durften. Geohrfeigt gehören solche leute. Auf der anderen seite wird dann über die stumpfsinnige maloche geklagt. Das ist normal. Der normale wahnsinn.
Wenn ich mich noch weiter aufrege, werde ich vermutlich noch wach. Das hiesse, dass ich den tag vertonnen kann. Dann doch lieber runterkommen, den eintrag abschliessen, veröffentlichen und sich der müdigkeit hingeben.
Gute nacht.
Schwerdtfegers weblog » Ganz kurz gelinkt (6) um 28 Aug 2006 at 2:16 pm
[…] Nichts ist so würdelos wie müde menschen, die zur arbeit fahren… […]