Der tag (19)

Die widerliche blase an meinem rechten zeigefinger drückt. Mehrfach habe ich sie an diesem abend schon mit einem skalpell aufgeprokelt und entwässert. Die blase zog ich mir beim aufbauen eines schrankes zu. Der finger war im wege als zwei platten zusammenfinden wollten. Grad´ der klickfinger – das ist unangenehm und das tippen macht so auch keinen spass.

Dass ich einen kuchen buk und wäsche wusch, hört sich furchtbar an aber interessiert auch niemanden. Und überhaupt ist dieses blog eine einzige, täglich fortgesetzte schreibblockade. Man, was bin ich unzufrieden. Bah!

Es hätte so schön sein können: Einfach mal ein paar tage doof rumliegen, an die decke starren, bekloppte gedichte schreiben, ab und an onanieren, mal rausgehen und graue wolken gucken. Eben das machen, was die gesellschaft von einem arbeitslosen erwartet. Aber nein. Heute die heimwerkaktion bei meiner mutter, mit schrank aufbauen, gardinenleisten an die decke bohren, sägen etc.; meine sendung kontraste wollte heute auch noch gemacht werden; wäsche waschen etc. Den kuchen habe ich nur aus frustration gebacken, weil ich wieder nicht zu nichts gekommen bin.

Morgen geht es gleich weiter: Zahnarzt. Übermorgen hausarzt, blutbild besprechen. Ich möchte einfach mal eine woche am stück nur einfach vor mich hinspinnen und ideen entwickeln, nicht auf die zeit achten müssen, mal etwas kreativ mit mir allein sein, ohne termine, die den tag verstümmeln. Donnerstag besuche ich meine oma und die ersten überweisungen müssen auch gemacht werden. Am abend macht Mira ihre sendung hier. Ich brauche noch eine beglaubigung und muss einen brief versenden.

Da ich mit dicker backe morgen eh nicht den tag für mich habe, sondern meine zähne den tag für sich haben, kann ich auf morgen früh elektroschrott wegbringen. Jetzt ist langsam der keller dran. Donnerstag oder freitag ist der monatliche grosseinkauf dran. Und danach schliesse ich mich ein, ziehe den telefonstecker, lasse das unterwegstelefon erstummen und gebe mich ganz meiner einsamkeit hin. Ruhe, nur ruhe um mal wieder klare gedanken fassen und ihnen auch nachgehen zu können.

Ich habe seit monaten kein gedicht mehr abgesondert, kein musikstück, kein photo gemacht. Das muss mal wieder sein, sonst sterbe ich ab. Es ist schrecklich für mich keine zeit nur für mich zu haben, zeit in der es nur herumwelt gibt und mich als ihren wahrnehmer.

Ich brauche urlaub. Und jetzt erstmal etwas schlaf. Irgendwie kann ich keine rechte vorfreude auf den tag morgen entwickeln. Ich werde mal sehen, ob ich zahn 27 machen lassen kann. Der bröselt in letzter zeit recht viel.

Gute nacht.

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