Sicherheit

Mein opa war ein vorsichtiger mensch. Der krieg, die flucht, alles verlieren, magere jahre - all das hatte ihn geprägt. Vieles wurde bevorratet, immer sollte genug da sein, falls mal wieder schlechte zeiten kommen.
Die ängste der bild wurzelten tief bei ihm, trafen vermutlich auf nährenden boden von kriegs- und nachkriegserfahrungen und führten vermutlich auch zur anschaffung des hierneben abgebildeten schlosses. Mit diesem schloss sollte der fahrradanhänger, den er zu lebzeiten dazu benutzte getränkekisten mit dem fahrrad zu transportieren und der jetzt mir gute dienste leistet, gegen diebstahl gesichert werden.
Als ich den anhänger erbte, war kein schlüssel für diese ›sicherheitseinrichtung‹ älteren baujahres auffindbar. Das schloss hing seitdem nutzlos am anhänger herum - es störte ja auch nicht weiter.
Heute überlegte ich, wie ich das schloss entfernen könnte. Grobe werkzeuge hätten sicherlich das problem schnell gelöste, doch war mir eher nach einer eleganten, zerstörungsfreien lösung. Mit einer pinzette die zur hand war, versuchte ich den schliessmechanismus zu überlisten. Es brauchte weniger als zwanzig sekunden und das schloss war offen.
Ein zweiter versuch mit einer aufgebogenen büroklammer hatte das gleiche ergebnis. Mit etwas fummelei war auch hier das schloss einfach geöffnet und wieder verschlossen. Ich frage mich, wie jemals so ein schrott verkauft werden konnte.
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