Der tag (29)

Wieder dieses schnarren, dieses entsetzliche schnarren, welches sich in meine träume bohrt. Die türklingel. Aufdringlich, wiederholt. Zu diesem zeitpunkt ist mir jedoch unklar, was dieses klingeln bedeuten soll. Also gehe ich ersteinmal auf die toilette. Es schnarrt wieder. Als ich die wohnungstür öffne, höre ich nur noch, wie die tür im hausflur zufällt. Mir zu fusse steht ein paket.

Es ist sogar an mich adressiert. Stimmt, vor einigen tagen habe ich bei bundestag.de kürschners volkshandbuch bestellt. Das ist dieses rot-weiss gestreifte buch, in dem alle abgeordneten mit kurzvita, bild und anderen informationen nachschlagbar sind. Die büchlein sieht man oft in politischen interviews, in intellektuell aussehenden bücherregalen, die hinter dem befragten »politexperten« stehen.

Die zeit aber ist noch nicht die rechte um wach zu werden. Ein paar halbe stunden dösen, ein paar tassen kaffee. Und schon zeigt die uhr kurz vor drei. Der zahnarzttermin.

Die zeit im wartezimmer nutze ich, um mich über den focus aufzuregen, der dort ausliegt. Furchtbares blatt. Mit dem zahnarzt bepreche ich, heute doch nur etwas »kleines« zu richten, eine herausgefallene zahnhalsfüllung zu ersetzen. Schmerzen durch die behandlung kann ich mir heute nicht leisten, schliesslich habe ich vier stunden internetradio am abend vor mir, zwei davon muss ich moderieren.

Die behandlung zieht sich in die länge. Das anstrengenste ist die immer wieder einsetzende verkrampfung des ganzen körpers wegzuentspannen – das bohren merke ich überhaupt nicht, die betäubung wirkt zuverlässig. Fünf leuchtstoffröhren, jede 35 watt, hersteller philips, sind an der decke montiert. Links und rechts von mir jeweils ein gesicht mit mundschutz. Füllen, aushärten, etwas in form bringen, fertig. Ich lasse mir noch einen termin geben und gehe wieder rüber.

Elias ist immernoch damit beschäftigt sein neu aufgesetztes system einzurichten. Ich mache mich daran, den gefundenen reverb an den bettrechner zu kabeln und entschliesse mich nach einem kurzen test, die heutige sendung vom bettrechner aus zu machen.

Die ausgabe der kontraste wird eine pannensendung. Winamp crasht drei mal. Mira, die inzwischen angekommen war und am anderen rechner ihre sendung vorbereitet, springt kurz ein, bis ich mein system wieder zum laufen gebracht habe.

Durch die pannen vergeht die zeit schnell. Der kopf fängt an zu schmerzen, ibuprofen hilft nicht, novalgin auch nicht. Endlich ist die strokelsendung vorbei und Mira geht auf den stream, macht ihre letzte sendung vor der etwas längeren zwangspause.

Um kurz nach eins ist alles vorbei. Es wird ruhig. Mira macht sich auf den heimweg. Elias und ich sind vom tag erschöpft nur noch erschöpft. Heute ging ziemlich viel schief, wie das manchmal so ist.

 

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  1. From :ta: hautnah » Blog Archiv » Kontraste: Sendung 14.09.2006 on 15 Sep 2006 at 2006.257 03:35

    […] Es war zugegebenermaassen eine wirkliche strokelsendung [2 ]. Der heutige besuch beim zahnarzt, der experimentelle senderechner… […]

  2. From Toxic Apple » Blog Archiv » Kontraste: Sendung 14.09.2006 on 17 Okt 2006 at 2006.289 18:07

    […] Es war zugegebenermaassen eine wirkliche strokelsendung [2 ]. Der heutige besuch beim zahnarzt, der experimentelle senderechner… […]

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