Tagtrommeln und nachtgewölk

Wieder einmal durch die nacht gemogelt, mit trümmerschlaf, trocknem auge und zerbrechendem muskelfleisch, soll der tag mir nun geben, was die nacht mir ersehnte: Traumeswelt, ohnmacht, der stille tiefe schlummer vorbei an der weltlichen äusserlichkeit.

Genug der schwappenden worte. Ich bin so gut wie pleite. Nach dem unerwartet frühen aufstehen raubte mir ein grosseinkauf fast alles verbliebene geld: 20 kilogramm mehl, 12 liter milch, kaffee und ein paar kleinigkeiten. Auf dem rückweg noch mitgenommen: eine pakung tabak und ein ekelhaftes erfrischungsgetränk. Schon ebbe, flaute, pleite, nix mehr. Doch was sorge ich mich? Die rechnungen sind bezhalt, die schränke gut gefüllt, der monat kann vergehen.

Irgendwo heute zerknacken kindsknochen an gleichgültigem blech. Nur die eifrigsten und eiligsten erfasst das auto, rührt sie an, mischt sie durch, weiht die strasse.

Irgendwo heute zerknirscht kehle und genick vom strick auf einem staubigen dachboden, neben trocknender wäsche und aus der mode gekommenen und vergessenen koffermodellen von vormietern. Abgehender urin und stuhlgang geben den grauen holzplanken des fussbodens lebendige farbe zurück.

Irgendwo heute trifft auch eine wespe ein, bei den mahlen. Summt stoisch, nicht unglücklich über die präzision ihres flugapparates, um die kadaver und entschliesst sich nach der erkundung uninteressiert zu sein. Die fliegen warteten schon geduldig.

Irgendwo heute klingelt ein telefon. Worte lassen ihren empfänger fehl im raum; zittern und tränen, ausgelöst für nur 15,9ct die minute verlor die mutter, der vater: ein kind. Auf dem dachboden schnurt der strick den hals. Sein besitzer ist unbekannt für dieses bild.

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