Das nahen des jahresrückblickes

Das tosend, klirrende jahr hält inne zu seinem ende hin. Wie die bäume jetzt nackt stehen, entblösst auch die seele in der kalten ruhe des weltenen wintertodes ihre wunden. Die zeit des ausser-sich-seins wird weniger, der wundschmerz fordert aufmerksamkeit – die ablenkungen versagen. Noch bin ich nicht ganz bereit dafür, flüchte ins bett, in das leere flackern einer braunschen röhre, in scheingespräche und das herauspulen der holzspäne aus einem stück rauhfasertapete. Der graue staub ist lang genug gekaut. Zeit zum ausspucken.

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Tief durchatmen. Die muskelspannung verringern im kiefer, in den schultern und in den beinen. Es gibt keinen grund zuzubeissen, keinen grund den kopf einzuziehen oder wegzulaufen. Rechne ich? Ist es absehbar, wie lange es dauert? Tage, wochen? Werden die narben schön? Ob es schneit und ob es sich mal wieder lohnt einen schneemann zu bauen, ohne handschuhe, mit von der kälte roten händen?

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