Videozwerg Sony DCR-HC23 im kurztest

Regelmässige besucher meines blogs, werden sich schon gefragt haben, werum ich in den letzten tagen nichts geschrieben habe. Nun, dafür gibt es zwei gründe: Zum einen war noch einiges an meinem neuen rechner zu tun zum anderen kam am dienstag nach langem warten meine neue kamera. Jetzt ist endlich alles zusammen, was ich zum erzeugen von film-ähnlichen produkten brauche.

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Produktbild, leider etwas schlecht ausgeleuchtet.

Beim auspacken die erste überraschung: Die kamera ist dem miniaturisierungswahn zum opfer gefallen. Nur etwa ein drittel des volumens meiner betagten video8-kamera hielt ich in händen. Wenn die leistung stimmt, so dachte ich, ist eine geringe grösse aber auch zum vorteil, da das gerät so in jede jackentasche passt. Ladegerät angeschlossen und los gehts.

Bedienung

Die meisten einstellungen werden über das berührungsempfindliche LC-display vorgenommen. Zuerst schaute ich nach, ob alle automatiken abstellbar sind. Sie sind es. Fokus, belichtung und weissabgleich lassen sich manuell steuern – unumgänglich, wenn man nicht nur lustige heimvideos von familienfeiern und dem eigenen urlaub machen möchte. Die verschlusszeit lässt sich nicht stufenlos regeln, jedoch gibt es neben der automatischen einstellung – wie zu erwarten – einige programme für verschiedene aufnahmesituationen.

Angenehme funktionen sind spot-focus und spot-meter. Über das antippen eines bildbereiches auf dem display, dient dieser als grundlage für die einstellung von focus und belichtung. Die einmessalgorithmen arbeiten recht zuverlässig.

Die benutzerführung über das LCD ist übersichtlich und leicht handhabbar für den, der sich schoneinmal mit den funktionen einer kamera vertraut machen konnte und keine angst vor dem ausprobieren hat. Wichtige einstellungen sind schnell zu finden. Für seltener gebrauchte funktionen wurde das übliche menü auf die touch-panel-bedienung abgebildet. Kurz: Wer sony schon kennt, sollte mit dieser kamera in kurzer zeit klarkommen.

Die steuerung im wiedergabe-modus erfolgt natürlich auch über die grabbelanzeige. Alles unproblematisch. Eine nette sonderfunktion ist die aufzeichnung einer zweiten stereo-spur während des abspielens.

Testaufnahme

Die ersten aussenaufnahmen machte ich am nächsten tag bei wechselnder bewölkung. Der 20-fach optische zoom sollte für nahezu jede anwendung völlig ausreichen. Ohne stativ kommt man allerdings nicht weit. Der einstellbare 40-fach oder 640-fach digital-zoom ist völlig überflüssig. Selbst in der 40-fach-einstellung wird das bild zu einem unscharfen brei und der 640-fach-modus eignet sich nur noch dazu psychedelisches geflimmer zu generieren.

Bild- und tonqualität der aufnahmen sind gut. Der stereoton ist stark komprimiert. Für aufnahmen meherer personen im raum ideal. Die kamera lässt sich also auch gut als mobiles audio-aufzeichnungsgerät missbrauchen. Mit der windfestigkeit der mikrophone sieht es nicht ganz so gut aus. Stärkerer wind ist deutlich hörbar und übertönt die umgebung. Hier müssen selber geeignete filter gebastelt werden (noch nicht getestet).

Im »Nightshot« modus filmt die kamera selbst bei dunkelheit mit hilfe der eingebauten infrarot-leuchte. Unter diesem licht wird selbst der hübscheste mensch zu einem zombie. Richtig eingestellt liefert die kamera auch bei wenig licht noch brauchbare bilder.

Sony hat der kamera einen sucher spendiert, der allerdings – wegen der fehlenden steuerungsmöglichkeiten bei eingeklappten LC-display – nur bei aktivierten automatiken sinn macht. Das LCD ist wesentlich bequemer und macht den sucher deshalb überflüssig. Es lässt sich um bis zu 90° nach unten drehen, was überkopf-aufnahmen erheblich vereinfacht. Hinzu kommen 180° drehbarkeit in die andere richtung. Das display lässt sich also zur kontrolle von eigenaufnahmen direkt neben das objektiv klappen – das bild wird dann natürch umgedreht, damit man sich nicht auf dem kopf stehen bewundern muss.

Rechnerverbindung

Die kamera hat drei anschlüsse für eine mögliche verbindung mit dem computer: USB, firewire und einen normalen AV-ausgang. Letzterer dürfte aber doch eher für die schnelle präsentation am TV-gerät geeignet sein. Sony liefert eine CD-ROM mit der kamera, auf der die nötigen treiber und eine software enthalten ist. Die software testete ich kurz an: Bunt und flutsch – eher etwas für den hobbyfilmer.

Der anschluss und die steuerung der kamera über firewire funktionierte erwartungsgemäss problemlos. Die übertragung der videos klappte ohne schwierigkeiten. Leider liefert sony weder firewire- noch usb-kabel mit. Schade eigentlich.

Über USB lässt sich die kamera als webcam betreiben. Die bildqualität ist schlechter als über firewire. Statt USB-anschluss wäre mir ein schaltbarer line-in/mikrophon-anschluss lieber gewesen.

Fazit

Ein schönes kleines gerät mit dem man viel spass haben kann. Einige sachen hätte man einfach weglassen können, einige kleinigkeiten liessen sich noch verbessern. Für etwa 300 euronen bekommt man ein gutes stück technik was einfach funktioniert und gute ergebnisse liefert.

Weitere erfahrungsberichte folgen.

 

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Comments 3

  1. Sony HDR-SR 1 wrote:

    Den Sony HDR-SR 1 habe ich mir vor kurzen geholt. Ich kann ihn echt nur weiterempfehlen. Das Bild ist wirklich megahammer. Nur die Festplatte hätte vielleicht etwas größer sein können.

    Posted 27 Feb 2007 at 2007.57 15:55
  2. Werner Mössl wrote:

    Danke für die Info! Habe dei Kamera mit meinem Computer verbunden und dies funktioniert. Was ich nicht zu Stande gebracht habe ist ein Bild zum Instant Messenger zu laden. Braucht´s dazu eine eigene Software?

    Posted 12 Jan 2011 at 2011.11 13:46
  3. Handys wrote:

    Den Sony HDR-SR 1 habe ich mir vor kurzen geholt. Ich kann ihn echt nur weiterempfehlen. Das Bild ist wirklich megahammer. Nur die Festplatte hätte vielleicht etwas größer sein können.

    Posted 24 Jun 2011 at 2011.174 09:13

Trackbacks & Pingbacks 1

  1. From Weitwinkel at Nachtgedanken on 28 Jan 2007 at 2007.27 04:49

    […] Wieder einmal hat mich der paketbote aus dem bett geklingelt. Vor einigen tagen bestellte ich mir – nach einigen frustrierenden tunnelblick-aufnahmen – ein weitwinkelobjektiv für meine kamera. Heute traf die optik bei mir ein. […]

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