Morgenrund ist sorgenwund
Der graue kalte morgen ohne blätter, ohne himmel, alles in zarter erstarrung. Schiebe das licht heller. Halogenlicht, warm und absurd, so völlig entgegengesetzt zu meiner stimmung.
Aufstehen um halb sieben. Ein riegel mit schlaftabletten; ich lächle zurück und lasse sie liegen. Der nachhall der nächtlichen dosis sitzt mir noch in den muskeln und im langsamen kopf. An schlafen ist nicht mehr zu denken. Es ist einfach nur ein impuls dessen richtung ich nicht einordnen kann, muss jetzt wachsein. Will etwas tun. Doch egal was ich tue, es ist daumen hoch, doch der impuls bleibt.
Und da ist herneben noch dieses gefühl, dieses ziehen in den nieren, der schmerzene solar plexus, und das andauernde seufzen über… nichts. Was ich tun muss ist unterbrechen. Ich unterbreche das gehen, bleibe an der abreitsplatte in der küche stehen, räume etwas auf. Etwas geschirr zum abwasch, irgendwelches zeugs in den müll. Zwei flaschen bier, mitte letzten jahres abgelaufen auch in den müll.
Überall stehen staubige dinge herum, dort eine flasche mit reinigungsmittel, ein geschirrhandtuch, ein lappen, ein topf und etliche sachen die nun gar nicht dort hingehören. Nachdem alles verstaut ist oder in den abwasch gewandert, ist der blick frei auf einen vertrockneten kaffeesee. Die maschine scheint undicht. Muss mal wieder essig durch.
Haare waschen. In der waschmaschine liegt noch wäsche, feucht. Die habe ich vermutlich vergessen aufzuhängen. Wann ich sie gewaschen habe weiss ich auch nicht mehr. Sie riecht noch angenehm - hat also noch nicht geschimmelt. Ich stelle noch einen kurzen spülgang ein um das gewebe etwas zu entknittern. Will das zeug doch nicht noch extra bügeln.
Eine prozac gegen den grauen morgen und die grauen gedanken. Es gibt heute noch viel zu tun: Besuch bei oma für umzugsvorberitungen, flyer in einem ganzen stadtteil verteilen und tausende kleinigkeiten.
Erweiterte freude at Nachtgedanken um 24 Feb 2007 at 8:52 am
[…] Im letzten eintrag berichtete ich über eine waschmaschine voll wäsche. Die wäsche habe ich eben dem trockengestell zugeführt. Ich habe keine buntwäsche, nur schwarzwäsche. Und dieser schwarzwäsche zeigte deutlich das vorhandensein eines papiertaschentuchs während des waschvorganges an. Das aufhängen zum trocknen machte mir dementsprechend grosse freude: Kleidungsstück ausschütteln, weisse stückchen abpulen, aufhängen und so fort. Die kleinen hellen fasern des taschentuchs, die sich während des waschens wie ein film auf die textilien legten muss ich nach dem trocknen mit einem flusenroller entfernen. Das wird eine grosse freude. […]