Nachtschrillen

Schlafversuch vor einer stunde nach einer stunde versuch erstmal aufgegeben. Es ist kalt hier, obwohl die heizung auf vollen touren läuft. Die kleinen traurigen gedanken kommen hervor und bringen ihre bekannten mit und es werden immer mehr. Gegen so eine flut ist man machtlos. Eins wird gefolgt vom nächsten. Verletzungen, illusionen und alles falsche. Das ist wie ein abfluss. Über die jahre sammelt sich der ganze rotz, die haare, bartstoppeln und seifenreste, verkleben und verknoten sich. Das ganze wird lebensboden für einen biofilm aus zahlreichen verschiedenen kleinstlebewesen. Irgendwann kommt ein punkt und der abfluss ist verstopf, der ganze schnodder quillt stinkend hervor und wenn man nichts im magen hat kotzt man ins klo oder in die nähe davon.

Alle paar minuten ein heulanfall. Mein kopf tut langsam weh davon und mir ist immer noch kalt. Und irgendwie möchte ich kotzen. Hilflos muss ich meinem kopf zuhören, wie er dem autofahrer der die nacht zerbricht einen qualvollen unfalltod wünscht. So einen tiefpunkt hatte ich lange nicht mehr. Viertel vor vier, niemand zum anrufen, ICQ tot.

Nach dem dritten märz muss ich mal raus hier, aus dieser stadt. Irgendwo hin, wo es anders ist. Die stadt ist zwar sicher nicht die ursache aber ein perspektivenwechsel wird hilfreich sein.

Mein bein hat das geschafft, was ich bisher nicht vermochte: Es ist eingeschlafen. Zeit für einen zweiten versuch es ihm gleich zu tun und dabei weniger zu kribbeln.

Trackbacks & Pings

  1. In hellem blau at Nachtgedanken um 26 Feb 2007 at 12:37 am

    […] Waschbecken vom biofilm befreit, glänzt nun weiss und chrom. Jeder tag fühlt sich wie ein jahr gealtert an. Minze. Valium. Ein walnussbaum hinter der schnellstrassenbrücke treibt aus. Seltsames blattwerk für das nordauge. Kochwäsche und ihr wasser in der wand zum ohr ein störfaktor. Es soll zum ende kommen. Schlafen. […]

Kommentare

  1. Claudia kommentierte:

    Oh Mann, Frank - das klingt aber nicht gut.
    Zunächst mal - gute Besserung, mach Tee, geh an die frische Luft und was man sonst noch Wertvolles sagen kann.
    Bei mir hilft bei so was oft ein Perspektivenwechsel im Kleinen: Tierpark oder Museum.
    Liebe Grüße, Claudia

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