Rückblitz
Nach dem einkauf - eine packung milch, ein glas waldbeerkonfitüre, tabak, schlaftabletten - traf ich einen bekannten aus früheren zeiten, seit jahren nicht mehr gesehen. Er erzählte mir von scheidung, seinem tagewerk und dass er mich, bzw. meine virtuelle identität schon in diversen schwarzen foren gesehen habe.
Da die jahre der funkstille nicht in fünf minuten überbrückt werden können, skizzierten wir nur unsere lebenssituation kurz und oberflächlich, eher in den jahren der vergangenheit bewurzelt. Er sagte, er hätte vor einiger zeit die mappe mit meinen frühen gedichten gefunden. Nach dem lesen wunderte er sich, dass ich mich in dieser zeit nicht umgebracht habe. Die frühen gedichte waren sehr depressiv und melancholisch. Es waren vielleicht sie, die mir erlaubten die psychischen spannungen der pubertät abzubauen. Die meisten waren eher einfach gestrickt und sehr direkt. Es ging immer um schmerz, das graue und die verzweiflung.
In der friedlichen wohnung zurück, mit dem sachlichen licht der leuchtstoffröhre setzte der hunger ein. Also das übliche: Brot backen. Konfitüre dazu und butter - für mich ein festmahl.
Während die hefe werkelte, hing ich die wäsche von gestern auf. Einemillion socken. Schwer zu tragen. Hat man die heruntergefallenen aufgehoben, haben sich schon die nächsten vom umklammerten wäscheballen auf den weg zum boden gemacht.
Kurai meinte per IM sie wolle jetzt die Simpsons sehen. Heute nicht so mein ding. Ich legte lieber ein paar folgen Futurama in den DVD-player.
Und jetzt? Licht aus und ein paar bunte gedankenketten abschreiten.
Claudia kommentierte:
Offengestanden, mon cher, wundere ich mich auch gelegentlich, daß Du noch lebst. Deine Einträge lesen sich gelegentlich - nein oft - so, daß ich die Idee kriege, schick mal die Feuerwehr nachgucken, ob er sich vergiftet hat.
Bleib ganz, bitte.
Veröffentlicht 26 Feb 2007 um 11:46 pm ¶
Frank kommentierte:
Nein, liebe Claudia, mit einem suizid meinerseits ist in nächster zeit vermutlich nicht zu rechnen. Meine psychische verfasung war schon desöfteren wesentlich schlechter als in den letzten monaten. Und bei meiner selbstvergiftung bewege ich mich immer ausserhalb von gefährlichen dosen - ausser bei kaffee
Veröffentlicht 27 Feb 2007 um 1:24 am ¶
Claudia kommentierte:
Das lese ich gerne!
Koffein-Abusus kenn ich von mir selbst - in stressigen Zeiten bis vier Liter am Tag, man überlebts.
Veröffentlicht 27 Feb 2007 um 9:54 am ¶