Kaufrausch

Die schlechten schwingungen ermüdeten mich. So beschloss ich, ein kleines mittagsschläfchen zu machen. Kurz nach vier wachte ich wieder auf, machte mich nach einem kaffee auf den weg in die Korn um mic dort mit Mira zu treffen und etwas zu schnacken. Es ging um die nächsten Whitedarknesses. Im juni soll es vorraussichtlich wieder losgehen. Wieder ganz klein angefangen mit einer lesung. Mit ist dabei klar geworden, dass die Korn ideal für lesungen ist. Es ist genug platz für kleine und grössere lesungen da und die mikrophonierung, bzw aufzeichnung sollte auch kein problem darstellen.

In der kleineren räumlichkeit unten kann man ohne schwierigkeiten eine lesebühne und zusätzlich einen platz für den DJ organisieren. Bei lyrik sind unterbrechungen mit etwas musikalischer untermalung einfach notwenig. Gedichte sind von ihrer form her nunmal ziemlich verdichtet und in zu grossen mengen auf einmal genossen nur schwer verdaulich. Soviel wissen wir schon von unseren ersten lesungen mit zu kurzen pausen.

Irgendwie freue ich mich schon. Eine lesung ist recht wenig technischer aufwand und ich mag es meine gagaistischen gedichte mit viel pathos vorzutragen. Ein paar überraschungen für das publikum denke ich mir auch grade aus. Vielleicht ist ja auch zeit bei der veranstaltung ein paar lieblingsgedichte zu lesen, also was von anderen schreibern. Ich denke da an Celan, Enzensberger und vielleicht auch Schwitters. Viel mehr möchte ich noch nicht verraten.

Als Mira und ich die Korn verliessen hatte es sich eingeregnet und ich zog es vor, die nächstgelegene haltestelle aufzusuchen. Eine tageskarte hatte ich und die galt es jetzt zu nutzen. Während der fahrt kam ich auf die idee – wenn ich ohnehin schon in der nähe wäre – in der conrad-filiale am steintor reizuschauen.

Das nenne ich shoppen gehen: Dinge kaufen, die man eigentlich nicht kaufen müsste, aber bei denen es ganz nett ist sie zu haben.

Erstens: Eine LED-taschenlampe. Ich habe zwar eine, aber die hat nur einen taster und lässt sich nicht dauerhaft einschalten. Meine neue ist mit einem dreh an und mit einem zweiten dreh wieder aus, wirft mehr licht raus und wird mit normalen AA-zellen betrieben. Knopfzellen sind doch auf dauer etwas teuer und geben im ungünstigsten augenblick auf. Da nun auch die gefahr des versehentlichen einschaltens nicht mehr gegeben ist, habe ich das schwarze schmuckstück gleich an mein schlüsselbund gehängt.

Zweitens: 50 CD-papierhüllen. Hier liegen zu viele nackte CDs rum.

Drittens: Ein cutter. Für meine geplanten werbecollagen oder besser collagen aus werbung ein nützliches werkzeug. Gute rationalisierung.

Viertens: Ein multimeter. Leider ist mein altes multimeter irgendwann verloren gegangen. War ein schönes gerät mit frequenz-, kapazitäts- und temperaturmessung. 20A strombereich, 1kV spannungsbereich (jeweils AC und DC), serielle schnittstelle, hold-funktion usw. Schade drum. Leider ist ein solches multimeter auch eine investition und ich habe nicht viel geld übrig. Also habe ich mir das billigste gekauft. Für einen grossteil der »alltäglichen« messaufgaben ist es bestens geeignet: Ist da kontakt? Welcher pin an stecker A geht auf welchen pin bei stecker B? Ist da saft drauf? In wie weit die spannungsmessung unter belastung für batterien aussagekräftige ergebnisse liefert kann ich noch nicht sagen. Die idee ist aber nett. Auch nett ist der zuerst absurd wirkende rechteckgenerator. Es liefert an die messspitzen ein 50Hz rechteck mit 3Vss. Um mal eben einen mischpult-eingang zu testen eine ganz gute sache.

Fünftens: Das dritte ding, was man neben der taschenlampe und dem multimeter immer dabei haben sollte, wenn man eine veranstaltung macht. Immer. Ich habe es getan, ich habe meine erste rolle gaffa-tape gekauft. Einge werden sich jetzt fragen was das ist. Gaffa ist ein textilklebeband, was sich ohne schneidwerkzeug trennen lässt und über grossartige klebe- und haltbarkeitseigenschaften verfügt. Jetzt gibt es kein halten mehr. Wozu den rechner zuschrauben, wenn man ihn auch zutapen kann? Warum einen nagel in die wand schlagen, wenn man das bild an ihr auch festtapen kann? Wozu noch kabelbinder, handschellen, knebel, pflaster, klebstoff, kleister, leim oder einkaufstüten? Gaffa-tape ersetzt das alles und so viel mehr.

Sechstens: Zwei DVD-RAM rohlinge. Die dinger sehen ja merkwürdig aus mit ihrer sektorierung. Der hauptrechner beschreibt grad den ersten über eine ewigkeit frisch formatierten rohling. Geschwindigkeitsrekorde stellt das medium nicht auf, da die rohlinge aber inzwischen recht preiswert zu haben sind und eine deutlich höhere lebensdauer als DVD-RWs haben sollen, wollte ich es einfach mal austesten. Wenn alles klappt habe ich ein günstiges backup- und archivierungs-medium gefunden.

Siebtens: Eine USB-lampe. Diesmal aber keine mit LED, sondern eine mit zwei kleinen glühlampen, die ein angenehm warmes funzellicht abgeben. Sogar einen schalter hat der hersteller dem gerät spendiert. Habe die USB-laterne gleich an den monitor des bettrechners getaped, da der ohnehin fast immer läuft. Jetzt habe ich die ideale blog- und lesebeleuchtung für den gemütlichen ausklang des tages.

Das war es schon mit meiner shopping liste und auch mit meinem vorbettlichen geschreibsel. Morgen abend ist kühlschrank und gleich ist noch anderen rechner runterfahren – das beschreiben der DVD-RAM scheint beendet.

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