Die ganze geschichte

Ein schöner tag – verpasst. Gegen mittag aufgewacht durch lärm. Hat sich angehört wie ein erdverdichter. Richtige wachheit kam erst nach dem sonnenuntergang.

Gegen untätigkeit und träge momente hilft immer backen. Eine art hefezopf sollte es werden. Das rezept ganz grob: Mit etwa 400g mehl einen hefeteig machen. In einer zweiten rührschüssel einen beutel sultaninen (eine nacht in wasser geweicht), 1 beutel haselnusskrümel, 1/2 beutel kokosraspel und viel zucker mit einem becher schlagsahne anrühren. Zucker und kokosraspel zufügen bis die masse nicht mehr all zu flüssig wirkt.

Den hefeteig dritteln. Eine schicht hefeteig auf dem eingefetteten backblech ausbreiten. Mit einer schicht des süssen breis abdecken, zweite schicht hefeteig drüber usw. Die schichtung wird jetzt zwei seiten zur mitte hin eingerollt, die rollhälften übereinander gelegt und das ganze wieder etwas ausgebreitet. Die entgültige formgebung bleibt der phantasie des backenden überlassen.

Rein ins backgerät und so lange backen, bis das ding sich gut gebräunt hat. Dann auf der oberfläche butter zergehen lassen und mit zucker und zimt bestreuen. Noch ein paar minuten weiterbacken, bis man das jetzt-ist-es-durch-gefühl hat. Abkühlen lassen, schneiden und servieren.

Vorsicht: Das nachbacken des rezeptes und der konsum des erbackenen produktes kann ernsthafte gesundheitliche schäden nach sich ziehen. Vor dem genuss wird angeraten den hausarzt zu konsultieren!

Weiter im text. Mein aus abdeckfolie und etwas klebeband selbstgebastelter duschvorhang löste sich mal wieder von seiner halterung. Das beidseitige klebeband hielt nicht so gut, wie ich es erwartet hätte. Zeit für eine weiterentwicklung. Mit etwa zwei metern gaffa-tape war auch dieses problem erstmal gefixt.

Haare schneiden, dann die juckenden haarstücke vom körper duschen. Wie erfrischend. Warum bekomm ich eigentlich einen hustenreiz, wenn ich mir mit q-tips im ohr rumbohre?

Kein hirn übrig für anspruchsvolles – damit fiel der abend den bildgebenden medien zum opfer. Den anfang machte der WDR-poetry-slam, von dem ich eine runde vor einiger zeit aufgenommen hatte. Weitere videos fand ich dann auf der HP des WDR.

Und dann? Was kann man mit dem abend noch machen? Richtig! Neulich lief auf vox im DCTP-nachtclub an zwei tagen die komplette 26-teilige anime-serie »Samurai Champloo«, die ich umsichtigerweise hatte von save.tv aufnehmen lassen. Die aufnahmen waren inzwischen auf den rechner runtergeladen und mussten nur noch entworben werden und auf DVD gebrannt. Eine halbe stunde später hielt ich den silberling in händen.

Den rest der nacht sah ich mir die 26 folgen der serie an. Wunderbar. Die beste soap, die ich je gesehen habe. Oder war das ein roadmovie ohne autos? Es waren sehr fesselnde und kurzweilige (geschätzte) 8 stunden. Soviel zeit am stück habe ich noch nie erübrigt, um mir eine geschichte bis zu ende anzusehen. Dagegen wirken manche russische scifi-filme straff und kurz (wer auch nur Solaris (die alte verfilmung) kennt, wird wissen was ich meine).

Bisher konnte ich mit diesen japanischen zeichentrickfilmen nicht so viel anfangen. Klar Akira kennt man und Ghost in the Shell auch. Aber das ist nun wirklich nicht mein genre. Samurai Champloo ist gut gemacht, schöne odysse mit nettem gewaltgenuss.

Tiefenpsychologisch ist das dreiergespann, was sich da auf den weg macht eine repräsentanz von körper (Mugen), seele (Fuu) und geist (Jin). Natürlich müssen sich der eher rationale Jin und der sehr triebhafte Mugen ständig in den haaren liegen. Das ist nunmal der übliche innermenschliche konflikt. Fuu ist die seele der gruppe, die die letzlich alles zusammenhält und immer, wenn moralisch bedenkliche situationen auftreten sich lautstark und energisch einsetzt.

Die gesamte reise bildet natürlich eine entwicklungsgeschichte ab. Mehr dazu, wenn ich mehr lust habe zu schreiben. Oder auch nicht – so schwer ist die interpretation ja nun auch nicht.

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