Wirren und girren

Definitiv war dieser tag zu lang. Kurzform: Oma besuchen, Mira in der Korn treffen, einkaufen, sendung machen, blöden film sehen, labor, backen, blöden film sehen.

Am besten ich fange mal dort an, wo mein tagesverlauf auch wen interessieren könnte: Abends, 19 uhr. Eine stunde titelauswahl mit einem dumpfen bauchgefühl; triebkraftes grollen und eine recht brachiale playlist für meine verhältnisse.

Nach der sendung tat sich erschöpfung in mir auf. Das mag auch an dem glas met gelegen haben, das ich während der zeit trank. So schön war das alles nicht. Das blöde blut konnte ich im hals spüren und diese dröhnende blutpumpe in der brust. Fürchterlich.

Trotzdem machte ich mich nach schnelldurchsicht eines dieser mit-dem-raumschiff-in-die-hölle-filmen auf den weg ins labor. Und es war wundervoll dort. Für wen auch immer - für mich nicht. Bekannte gesichter an einer hand abzählbar.

Rückspultaste: Von der Korn auf dem rückweg nach hause durchschwirrt die idee kopf: Einkaufen. Diesmal bei extra, weil auf dem weg gelegen und besseres angebot als Penny. Und da stand ich dann im einkaufswunderland. So viele dinge und ich mit einkaufswagen und geld. Fürchterlich. Teigschaber, backaromen in vier geschmacksrichtungen, diverse lebensmittel und kein USB-stick, weil ausverkauft. Und, oh wunder, in dem laden gibts ja auch met.

Im laden fing es dann an. Das unwiderstehliche bedürfnis das piepen der scannerkassen nachzuahmen ergriff mich. Piep, piep, piep. In der kundenbeschallung über lautsprecher muss irgendwas gewesen sein, was ich nicht vertrage. Piep. Als ich anfangen wollte, selbstgespräche zu führen beendete ich den einkauf lieber. Dreissig euro später und zuhause dann sendungsvorbereitung.

Vorspultaste: Labor. Wie war ich da hingekommen? Eben hatte ich doch noch überlegt wie die mistel in den apfelbaum gekommen ist. Sonst wachsen die doch immer recht weit oben und nicht in so kleinen appelbäumchen. Kalt war es, die frühlingsgefühle kreuchten unter die zehennägel und wichen der gänsehaut. Labor. Was mache ich hier?

Hallo und blah blah. Tschüss und hallo und und und was schauen mich diese wunderbaren augen an diese sekunde und warum macht mich das traurig und warum kann ich nicht denken und warum bin ich hier und warum ist in diesen situationen so wenig von mir da? Wer hat den rest mitgenommen?

Unangenehm war nicht nur das, sodern auch meine kalte nase. Drinnen war es nicht schön. So laut und laut und irgendwie, auf eine ungute weise leer. Deshalb draussen. Was da bruchstückhaft von aussen ins hirn rieselte war zu grossen teilen belanglos, wie es dort so häufig ist. Gegen null uhr trat ich den rückweg an - geistig. Der körper folgte eine dreiviertel stunde später.

Die rückfahrt war spill. Keine ahnung was das wort heissen soll, ich definiere es einfach später. Leider habe ich mich wegen des letztendlich überstürtzen und stark impulsgesteuerten aufbrechens von fast niemand verabschiedet.

Zuhause nur ein körpergefühl: Hunger. Dagegen entstand etwas pizza-ähnliches. Kopf am ende, nur leer. Einer aufgezeichneten doku konnte ich noch folgen, dann war trash an der reihe: Spiderman 2. Widersprechend der wichtigen regel:»Schau´ dir niemals einen film mit einer nummer hinter an.« Leider tat ich es doch. War eben so einer dieser filme mit netten sfx, wenig geschichte, albernen pathos, hollywood-kitsch-liebesgeschichte und zu viel budget.

Wenn Spiderman »realistisch« gemacht worden wäre, hätten dem superhelden die spinnenfäden wie bei einer richtigen spinne aus dem arsch kommen müssen. Und die liebesgeschichte hätte mit folgenden dialog geendet:

Sie: Küss mich.
(er küsst sie - zögerlich)
Sie: Ich fühl mich so seltsam
Er: Das ist mein spinnensekret. Du wirst jetzt von innen her vorverdaut und ich lutsche dann den brei aus dir raus.
Sie: Dann werde ich bald für immer bei dir sein
Er: Nö, ich kack deine reste bald wieder aus. Hast du in bio nicht aufgepasst?
Sie: Nein (röchelt) ich hab doch im unterricht nur SMS geschrieben.
(er verklebt ihren plappermund mit spinnenfäden und lutscht ihr den enzymatisch vorverdauten matsch aus dem körper. Ein leerer hautsack bleibt zurück)

Ist doch viel besser und vor allem realitischer. Dieses hollywood-liebesgesäusel… Alles ist da immer so ewig und alles wird gut. Blah!

Wird zeit fürs bett.

Kommentare

  1. Kurai kommentierte:

    Hach Frank,

    Entschuldigung.

    Auch ich habe mich nicht verabschiedet, du weißt warum.

    Hätte mich gern mit dir unterhalten… aber nicht so :(

Kommentieren

Ihre Mailadresse wird niemals öffentlich sichtbar. Erforderliche Angaben sind mit einem * markiert

*

*