Ora et labora – fressen, ficken, fernsehen oder so

Ganz schwer dieses aufstehen. Schlaf etwas zu kurz. Dösen. Aber dann. Kaffee ende, darum einkaufen. Bei meiner mutter – weil auf dem weg gelegen – reingeschaut, gefragt, ob ich etwas für sie miteinkaufen soll: Kaffee.

Geld war noch genug da, darum erweiterte ich meinen kopfeinkaufszettel. Tomaten, Mozarella, ein paar backsachen, einen topf basilikum und kleinigkeiten. Dann noch zum türkischen supermarkt. Prima, endlich haben die mal wieder hefe im regal. Habe gleich einen 24er-karton mitgenommen. Das sollte erstmal reichen.

Kurz den eingekauften kaffee bei meiner mutter vorbeibringen. Gut, zu einem stück kuchen sag ich nicht nein.

Später zuhause die erste richtige lebensäusserung des tages: Hunger. Wie wärs mit mozarella, tomaten, basilikum mit balsamico-essig und olivenöl? Schade, hatte ich doch glatt den topf basilikum bei meiner mutter stehen lassen. Ärgerlich. Und das wetter war auch nicht so schön und meine motivation so wenig hoch, um nochmal los zu gehen. Blick in den kühlschrank: Ok, kein basilikum, als ersatz hänchenbrustfilet? Etwas merkwürdig, aber eine geschmackssimulation ergab daumen-hoch.

Gedacht, getan. Das klebrig-schleimig-zähe stück totes tier zerstückelt und rein ins heisse öl. Einge minuten später sah es dann schon wesentlich geniessbarer aus. Mozarella und tomaten schnippeln und nett auf den teller drapiert, tierstücke drauf, noch etwas öl drüber und aceto balsamico dran, fertig, köstlich.

Zeit vergeht.

Halb eins. Irgendwie war ich auf die unsinnige idee gekommen, noch zum schattentanz ins labor zu fahren. Leider konnte ich mich nicht völlig von dem vorhaben überzeugen und trat so etwas widerwillig die reise an. »Sehr verehrte fahrgäste…«, tönte es aus den lautsprechern an der station. Den rest spare ich mir mal. Der ersatzverkehr in form eines busses kam etwas später.

Im labor: laut, nebel, blitzelichter, flacker und warm. Hier und da ein hallo, ein paar worte und sehr schnell wieder das gefühl, vom eigenen hirn verlassen zu werden. Ich bin das was da aussen um mich herum ist.

Den wunsch in eine feuchte, heisse vagina zu ejakulieren und diesem ziel sinnlos nachzugehen, steuerte ich mit einem glas weizen entgegen. Keine derben ausfälle, nachdem ich nun das zweite mal seit monaten wieder unter leute gehe, das heben wir uns bitte für besseres wetter auf. Dieser kram, der ürsprünglich zur verbreitung der eigenen DNA war, macht mich eh nur depressiv.

Die frauen, die mir in der oberflächlichkeit eines solchen abends in die sinne eilen, sind drei kategorien: Die einen, nach denen der trieb giert, die anderen, nach denen im flackernden augenschein das herz sich sehnt und schliesslich die, die allein durch ihren anblick einen euphorisierenden dopaminrausch verursachen. Letztgenannte waren nicht zugegen und der abend somit nur kurzkommunikativ interessant.

Vielleicht das nächste mal…

Comments 1

  1. Kurai wrote:

    > die, die allein durch ihren anblick einen euphorisierenden dopaminrausch verursachen. Letztgenannte waren nicht zugegen

    Richtig. Ich war ja auch nicht da *g* Vorsicht, Ironie…

    Mensch, jetzt warst du schon wieder unterwegs und dieses Mal wurde uns ein Gespräch verwehrt, weil ich anderswo war. Schade.

    Posted 18 Mrz 2007 at 2007.76 17:00

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