Was soll das denn jetzt bitte?

Zwar habe ich den nicht grad vor tatendrang geglänzt - das wetter lud dazu auch wenig ein - aber irgendwann muss man doch mal schlafen können. Nein, nach einer stunde wieder aufgewacht, aber nicht so richtig und jetzt quäle ich mich schon geraume zeit mit diesem fürchterlichen zustand rum, in dem man nichts vernünftiges machen kann wegen mangelnder konzentration aber trotzdem immer ein dumpfer impuls wachhält.

Berichte ich doch mal die wenigen sachen, die ich am heutigen tag vollbracht habe und hoffe dabei auf die ermüdende wirkung eines glases met, das neben mir am bettrechner steht. Wirklich lecker das zeug. Aber glücklicherweise kenne ich inzwischen die verträgliche dosis für mich.

Ein schönes gefühl ist es, eine waschmaschine zu befüllen und stunden später festzustellen, dass man sie ganz vergessen hat und sie inzwischen einige kiliogramm kochwäche zufriedenstellend gereinigt hat. Ein wunderbares gerät. Man sollte viel öfter dankbar sein für solche geräte, die einem das leben derart erleichtern. Schliesslich gab es früher nicht umsonst einen »waschtag« und das muss ziemlich anstrengend und für den rücken ungesund gewesen sein - für die zarte haut der reibenden hände natürlich auch.

Nachdem ich bei meiner mutter den gefrierschrank wie ein junkie nach stoff durchwühlte und ich ihr klarmachen konnte, dass ich unbedingt zwei stücke butter und tiefgekühlte zwetschen zum backen brauche gewährte sie mir die backzutaten mitnehmen zu dürfen. Nein, ich habe niemandem versprochen einen kuchen oder ähnliches zum geburtstag mitzubringen. Nein, es war abendlicher backzwang. In meinem kopf schwirrte immer noch der manschkuchen herum. Und ich wollte das gleiche rezept jetzt mal für eine art muffins versuchen, da ich inzwischen die entsprechenden papierförmchen gekauft hatte.

Wieder zuhause ging ich gleich ans werk. Und während Jordan ihren fall löste, rührte ich meinen teig an, füllte ihn in die förmchen und buk eine erste ladung. Aha: Zu lange unterhitze, der boden war zu dunkel geworden. bei der zweiten ladung veränderte ich die behitzungszeiten entsprechend. Das ergebnis war für ein backwerk, was sich in 20 bis 25 minuten machen läasst, sehr schmackhaft.

Die meisten backklumpen sind natürlich für morgen. Und morgen dürften auch die fruchte aufgetaut sein. Dann gibt einen klassich einfachen zwetschenkuchen mit streusel oben drauf.

Den rest des abends beschäftigte ich mich etwas mit audio- und videobearbeitung. Wie schon mal erwähnt liegen noch zwei zu schneidenede aufnahmen der letzten beiden whitedarkness-veranstaltungen hier rum und warten auf den schnitt und audiomischung.

Nach einiger zeit gab ich herumspielen und rumprobieren mit dem material jedoch auf, weil sich kein kreativer impuls meldete, kein gefühl jetzt einen weg gefunden zu haben, kein einfall kam, der der richtige hätte sein können. Erzwingen kann man das leider nicht - gut ding will eben weile haben.

Als nützliche tätigkeit fand ich das durchstöbern von myspace nach kleineren unbekannten bands und musikprojekten. Man kennt das ja: Eine freundesliste führt auf eine andere und mit der zeit landet man bei dem einen oder anderen interessanten projekt. Bei zweien hinterliess ich gleich eine nachricht, ob es möglich sei promo-CDs für toxicapple zu bekommen. Eine erste zusage aus irland erhielt ich kurze zeit später auch schon.

Dann waren die mails an der reihe. Spam löschen, ein paar nachrichten schreiben, etwas IMsen um ein paar dinge abzuklären - das übliche halt.

Eigentlich habe ich heute wesentlich mehr geschafft, als ich mir vorgenommen hatte.

Trotzdem quält der bregen mich mit diesem richtungslosen impuls. Die möglichkeiten sind so viel, ohne limitierung keine konkrete vorstellung. Ach ja, bei solchen impulen - wenn sie wenigstens etwas mehr richtung haben, kommt bei mir dann oftmals sowas wie kunst raus, zumindest nach einigen stunden manischem notierens eine detailierte projektidee.

Vielleicht könnte ich diesen grässlichen zustand »Schmerzhafter und nervender versuch der ausdifferenzierung von ideenstammzellen« nennen. Im tuschwasserfarbenen vormorgen sind die unbekümmerten vögel die boten der nahenden sonne. Es wird um revier und weibchen wettgesungen. Das fenster steht offen und kälte und vogelsang strömt herein. Es verspricht kein schöner tag zu werden.

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