Die welt ist schön – und sauber

Diese szene:

»Ich zu Frank: „ich habe mich in Dein Bett gelegt um Dir zu signalisieren, dass ich überaus gewillt bin, nicht nur über Dich rüber zu steigen, NEIN, sondern es die ganze Nacht mit Dir zu tun *lüstern guck*
Frank: „die Kaffeetasse muss ich noch abwaschen“«

hat sich nicht ganz so zugetragen, wie in Kingas blog beschrieben. Das muss ich entschiedenst dementieren. Ich sagte nämlich nicht, dass ich die kaffeetasse noch abwaschen müsse, sondern dass ich vergass sie abzuwaschen. Hier herrscht grundsätzlich ordnung, wenn nicht mal wieder ein paar jahre chaos dazwischen kommen. Und das abwaschen einer kaffeetasse ist nichts in die zukunft projeziertes, sondern ein mangel der vergangenheit.

Ist das jetzt schön sauber hier. Damit beantwortet sich glaub ich auch die frage, was ich heute so gemacht habe. Genau: Zwiebelsuppe. Nach der verätzung der atemwege mit essig musste ich mir einfach noch die augenreizung durch zwiebelkampfstoff geben.

Intermezzo: Aus dem rechner dringen beunruhigende geräusche. Ob das der lüfter ist? Oder ist es die festplatte, die bald den geist aufgibt? Letzteres wäre höchst unerfreulich und würde meine gute frühlingslaune doch sehr schnell dämpfen.

Die suppe gelang trotz zwischenzeitlicher einschränkung des sehsinnes gut. Mit dem frisch gebackenen brot wirklich sehr schmecklich und vor allem sehr schnell gemacht.

Um halb eins ertrug ich den ganzen staub, die asche und die krümel nicht mehr, die sich auf vielen flächen abgelgt hatten. Der staubsauger musste diesen furchtbaren unerträglichen zustand beseitigen. Hoffentlich habe ich keinen nachbarn damit aus dem bett geholt.

Als der dreck beseitigt war, passten herumliegende gegenstände auf dem schreibtisch nicht mehr ins gesamtbild. Und der platz neben der tastatur des bettrechners bedurfte wegen eingetrockneten kaffeekrusten einer nassreinigung. Und der andere schreibtisch musste auch gereinigt werden. Die küchenschränke auch. Und eine neue ordnung musste ich in ihnen ebenfalls herstellen.

Für meinen ordnungswahn zur zeit sehe ich nur zwei mögliche ursachen: Entweder reife oder sexmangel. Reife anzunehmen halte ich für lächerlich. Sexmangel für wahrscheinlich. Das merkwürdige ritual des frühjahrsputzes wird durch diese annahme in ein ganz neues licht gerückt. Frühjahrsputzer haben ein gestörtes sexualleben. Nimmt man den grad der reinigungsbemühungen als proportional zur störung an, so ist der frühjahrsputzer behandlungsbedürftig und potenziell gefährlich.

Wer oft den lappen und das staubtuch schwingt, scheckt auch vor sex mit tieren oder leichen nicht zurück – es ist nur eine frage der zeit, bis die tickenden putzzeitbomben ihren perversen gelüsten freien lauf lassen.

Ich schweife zu weit ab. Nicht dass noch jemand aufhört sich beim lesen meines blogs zu langweilen und anfängt zu schmunzeln. Als grasswurzeljournalist im ausgedürrtem revier des eigenen vertrockenten lebens, hat man eine verantwortung gegenüber den lesern.

Morgen, bzw. heute ist mittwoch und ich freue mich auf das morgige, bzw. nachherige erwachen, denn mich erwartet eine entkalkte kaffeemaschine, die mir den aufwachtrunk blubbernd zubereiten wird. Einen wachtrunk, der viel besser schmecken und viel besser duften wird, als noch gestern, als sich das wasser durch gilbigen kalksiff quälen musste. Und im kühlschrank – ich liebe meinen kühlschrank – steht eine schale mit übriggebliebener zwiebel-tomaten-suppe für ein deftiges frühstück. Und dann kann ich den ganzen tag wach und gestärkt abwaschen, die wäsche aufhängen, das bad putzen und zwischendurch myspace-freunde gewinnen. Juchu!

Vielleicht gehe ich auch mal wieder vor die tür und mache was vernünftiges, ein paar schöne photos oder ein paar schöne videoaufnahmen oder so. Ich könnte auch noch ein paar gedichte einsprechen oder filme schneiden und und und. Ist es nicht wundervoll, wenn diese welt voller möglichkeiten auch noch durch arbeitslosigkeit gradezu dazu auffordert, diese möglichkeiten zu nutzen. Was bin ich glücklich. Aber es gibt ein gefühl was das glück dominiert: Das gefühl mal langsam mit dem geschwafel aufzuhören und schlafen zu gehen.

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