Poetenschlamm: Kristallgitter

Prelude: An einer rah erhangen, vom eisigen wind erschlagen und streckenweise ionisierender strahlung preisgegeben, ist bewusstsein das flüchtigste gut von allen. Hier flockt es aus, dort findet man es hinter sich kaum wieder. Wie eine verunreinigung im kristallgitter traurige ladungsträger im krüppeltanz erstarren lässt, ist auch ein ich ein zerbrechlich ding: Morgens die ohren noch voll vom gesang der motoren ists abends schon fast vergessen, was den tag zerfederte.

Organische angelegenheiten: Quillt. Kopfgestotter platsch und aus. Universelle transmissionsgesetzte gelten nur in den schnittmengen ihrer wirkungsräume. Was ich schreibe ist absolut unverständlich, stammelwurzeln ohne haaransatz. Betttuch ohne flecken einer begattung, wie öffentliches onanieren ohne wixphantasien – betthase, es ist ostern, Jesus genagelt, zeit für die eiablage, fürs ablaichen auf pumpernickelgekringel.

Dieses konsonantengekrächse formt den kehlkopfkrampf für die weicheren töne: Was ich an ihr liebe ist immer das fett, der gelbe glibber, sorgsam in den hautsack verpackt. Mit knochen zu kuscheln, wer will das schon? Es ist das weibliche fett, die ansammlung angestauter, ausgefällter energie in vertrauter, für angenehm befundener proportion, die den ejakulator erste glückströpfchen entgleiten und ihn schliesslich eingleiten lässt. Schonmal gesehen wie eine kuh künstlich befruchtet wird?

Einmal in der woche oder einmal im monat – abhängig von meiner psychischen verfassung – taste ich nach tumoren, frechen neubildungen, die mir den gar aus machen werden. Wenn du es vergisst über jahre hast du plötzlich schmerzen, stärker werdende schmerzen irgendwo. Und dieses irgendwo fühlt sich merkwürdig an. Es wird schon. Dann dieser husten. Das wird schon. Dann diese schlappheit, nachdem man wochen in folge jede nacht klitschnassgeschwitzt aufwachte. Das wird schon.

Dann kommen sie mit ihren diagnosen und schneiden dir was raus oder ab. Bei mir war es ein hoden. Im medizinwörterbuch eine abbildung. Manchmal lassen sie dich auf morphium die letzten tage. So war es bei meinem opa. Da liegst dann und röchelst bis du vergisst zu atmen. Das ist dann der banale tod.

Nachwort: Das feiern der eigenen narben mittelpunktet sie, lenkt sie ab von der wetterfühligkeit. In episoden kann ich dem blick eines vogels nicht standhalten. In anderen lache ich die messer aus, die mit ihrem gehabe, ihren unverständigen klingen und morschen griffen.

Und da! Sie ziehen sich ihre schuhe aus gold an und denken es sei leben. Sie verschanzen sich in grauen betonbunkern architektonischen fieberwahns und denken es sei leben. Sie faseln mit gespitzten mündchen von sachen die nicht gesagt werden müssen und denken das ist freude. Selbst das erste für menschlichung, ein spazierganggespräch ist nicht möglich mit ihnen, sind ihre schuhe doch zu schwer, ihre häuser zu versiegelt, ihre münder vom speichel verklebt.

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