Frühaufdreher

Endlich habe ich es mal geschafft zu einer normalen zeit zu schlafen, will heissen von nach vier bis irgendwann um neun. Das ist zwar nicht viel aber qualitativ war es recht gut – vor allem wenn man die kurze wachphase davor bedenkt.

Trotzdem, das frühe aufstehen schmeckt mir nicht. Meine zeit ist etwas später. Den ganzen tag schon laufe ich unkonzentriert durch die gegend, habe etwas eingekauft und meiner mutter dabei 70l blumenerde vorbeigebracht. Ein schöner tag. Die fenster stehen sperrangelweit offen. Beides hat nur indirekt etwas miteinander zu tun. Im bad weicht der verkalkte duschkopf in einer schale essig vor sich hin, nachdem aus ihm schon seit jahren das wasser rauspieselte wie aus einem mann mit prostataproblemen und dauerständer. Deshalb sind hier die fenster offen: Es stinkt erbärmlich nach essig.

Als eben der kaffee durchlief musste ich zwanghaft meine tüten sortieren. Dieser zusammengeknüllte haufen von plastik- und stoffbeuteln in anderen beuteln, die in anderen beuteln mit anderen beuteln zusammengeknüllt waren, war nicht mehr erträglich. Jetzt sind die stoffbeutel, die ich bevorzuge ordentlich zusammengelegt, die plastiktüten die noch schön aussahen auch und der rest ordentlich in einer tüte zusammengenüllt und im schrank verstaut. Einige produktkartons sind sorgsam zusammengelegt mit anderem altpapier und der gestern ausgewaschene mülleimer bekommt jetzt immer eine mülltüte hinein, bevor er befüllt wird.

Der teller auf dem tisch ist verschmutzt. Ich kann es aus den augenwinkeln beim tippen sehen. Tomatenmarkreste, die langsam festtrockenen. Ich werde tapfer sein und ihn stehen lassen. Vielleicht sogar bis morgen. Ich kann es schaffen!

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