Mücken, gross wie pfirsiche

Zwei stellen an meiner hand sind geschwollen. Ziemlich geschwollen. Am späten nachmittag holte ich mir die ersten freiluftmückenstiche für dieses jahr, bei einem videospaziergang im landschaftsschutzgebiet ab. Die mücken dort sind dieses jahr so gross wie kleinwagen. Manche so gross wie einfamilienhäuser. In ihren saugrüsseln findet bequem eine ausgewachsene kuh platz.

Den spaziergang unternahm ich, um eine längere aufnahme einer nachtigall anzufertigen. Da diese vögel nur so gross sind wie kieselsteine aber laut wie ein raketentriebwerk würde mir eine tonaufnahme ausgereicht wollen haben. Nach etlichen schritten über staubweissen schotterweg sang es aus dem strauch charakteristisch nachtigallig. Die aufnahme ward fünf minuten lang und dem vogel als korrekturvorlage über den lautsprecher der videokamera nocheinmal vorgespielt. Das verstand der strauchsinger allerdings als provokation und suchte mit lautstärke und erböster variation den vermeintlichen rivalen aus dem revier zu vertreiben.

Während der aufnahme kam es unbemerkt zum bereits erwähnten kontakt mit mückentoxin. Dieser schreckliche juckschmerz. Doch die aufnahme ist gut, wie sich später herausstellte.

Der rückweg war beschwerlich. Zu viele dinge wollten noch schnell mit dem schwindenden licht auf videoband gebannt werden. Flugzeuge, asiatischer staudenknöterich in grossen siedelungen, noch mehr flugzeuge, spielplatzkram und eine moderne lampe.

Eine sensationelle randentdeckung gab es auch: Eine rattenfalle aufgestellt auf dem hinterhof zum haus. In der aufschrift hiess es, dass der wirkstoff ein cumarinderivat sei. Für die maibowle muss ich jetzt also nicht mehr in den wald gehen.

Jetzt ist es zeit sich von den strapazen des tages auszuruhen.

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *