Nicht auch noch das…

Och nö, schon kurz vor sechs – der blick auf die rechneruhr ist schockierend. Schlafen wollte ich nachdem ich noch ein paar kleinigkeiten erledigt hatte – mit einem guten gefühl erledigt hatte. Das gute gefühl wurde zu einem euphorischen gefühl, leider erst nachdem ich die schlaftablette genommen hatte. Jetzt sitz ich da, in meinem tatendrang von der wirkung einer schlaftablette eingeschränkt, voll tausend ideen und eben leider auch voller tatendrang.

In nur einem beschissenen tag von den tiefen der bettflüchtigen depression und die sauerstoffarmen, wolkigen höhen der manie – fern ab vom regen dort unten auf der erde. Dieser regen ist irgendwie schön. So nass.

Eine von den sinnvolleren ideen, die mich die letzte stunde – oder war das mehr? – vom einschlafen abhielt, war es, eine art vlog zur whitedarkness am freitag zu drehen. Da sind mansiche tendenzen ganz angebracht, weil man beim abfilmen von dem, was man grad tut etwa das doppelte in der gleichen zeit schaffen muss. Igitt – hört sich nach stress an.

Kinga muss ich noch anrufen, ob sie kommt. Das wäre sehr hübsch. Und ach, die gedanken springen wieder zu einer idee für einen experimentalfilm. Das was sich darüber in meinem kopf befindet und in der letzten stunde entwickelt hat ist in worten schwer zu beschreiben. Und meine krakeligen skizzen für die storyboards meiner entwürfe reichen dafür auch nicht aus.

Das hauptproblem ist jedoch das helle draussen und mein kopf, der so tut, als könne er jetzt frisch in den tag starten. Deppenkopf eben. Eine weitere schlaftablette einzuwerfen wäre verschwendung. Auch die würde in dieser gedankenexplosion höchstens den körper noch etwas schwummeriger und die gedanken langsamer machen. Langsame gedanken jedoch führen zu unzufriedenheit und dem wunsch die angefangenen gedanken auch zuende bringen zu können oder wenigstens schnell schnell ein paar notizen wegschreiben zu können, um platz für neue gedanken zu haben. Das unkraut spriesst und leider befinden sich dazwischen auch oftmals gute und wirksame heilkräuter, die es schade wäre mit der chemischen keule zu kompostieren.

Soll ich jetzt fernsehen oder was? Nein, am ehesten ist mir danach mit leuten zu reden, die man leider jetzt und bei dem wetter nicht so oft auf der strasse trifft. Sinnlos mit der strassenbahn durch die gegend fahren – das ist eine option. Die leute dort können auch nicht weglaufen, weil sie meist zur arbeit fahren und nicht zu spät kommen wollen. Der haken: Sie fahren zur arbeit, früh am morgen und sind meist nicht auf koversation aus. Vielmehr würden sie mich vermutlich für verrückt halten. Deshalb schreibe ich lieber hier, bis die müdigkeit einsetzt.

Früher habe ich mich immer fefragt, wie diese merkwürdigen menschen, die man manchmal trifft – besonders oft in der strassenbahn – zu dem geworden sind, was sie sind. Warum sie so merkwürdig reden und sich verhalten. Und nun bin ich gar nicht mal so weit entfernt von diesem zustand. Autsch. Ich verkneife es mir mal diese vorstellung in die zukunft zu projezieren.

Wieder ergreift mich diese unbändige lust einfach laut zu gackern. Ich finde gackern macht spass und befreit. Oder singen. Nein ich lasse es.

Hoffentlich hält die euphorisierung noch ein paar tage an. Die gedanken könnten sich jedoch bald mal eine pause gönnen, schlafen wär nicht schlecht, denn der körper fordert eine pause ein.

Ich muss jetzt aufräumen und abwaschen.

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