Bettflucht und fortgeschrittene staubsaugeranwendung

Ärgerlich. Widerlich. Ich hasse es, wenn mehrere kugelschreiber in folge immer wieder mal aussetzen, wenn ich eine schlange von stichworten (das wort »wörter« finde ich vom klang her widerlich und deshalb als ein zu vermeidendes) auf papier bringe und diese schlange schon ungeduldig wartet, immer länger wird und erste gedänkchen sich schon ins hirnnirvana zurückziehen.

Mit dem rechner zu schreiben ist etwas völlig anderes. Das werkzeug bestimmt ganz maassgeblich das hervorgebrachte. Tippen ist anders als handschreiben, für unstrukturierte ausflüsse zu sehr nach ordnung verlangend.

Über die letzte halbe stunde sprudelten so – unterbrochen von kugelschreiberaussetzern (es gibt kein schöneres gefühl, als einen widerspenstigen kugelschreiber gegen eine wand zu pfeffern) – etliche generelle und spzielle ideen für bewegtbildprojekte aufs papier. Bin gespannt, wieviel mir davon noch in ein paar tagen gefällt, was umsetzbar ist und was noch kommt.

Und sonst? Heute gabs einen neuen trackback auf den BASE-film. Hendrik schreibt, dass der film »weniger traurig und schwermütig als vielmehr ein bisschen polemisch« wirke. Das war nicht bewusste absicht. Man darf natürlich nicht auf den text insbesondere des ersten liedes hören. Ich hätte gerne 90% des gefilmten materials – wie es bei einer guten produktion sein sollte – herausgeschnitten, um mein höchst subjektiven standpunkt für diese dokumentation zu verbildlichen, doch war leider zu wenig material da, um viel wegzulassen.

Die polemik spare ich mir für die filmversion mit audiokommentar. Ich bin unschuldig und kommentiere nicht, was ich zusammengeschnitten habe, sondern was in einem prozess enstand, bei dem ich nur auführendes werkzeug einer höheren macht war 😉

Das sinnvollste, was ich heute getan habe, war vermutlich der »frühlingsputz« im bettrechner. Der hatte schon viel staub mit seinen gierigen lüftern ins gehäuse gesogen. Bei der gelegenheit kabelte ich ein nicht funktionierendes CD-laufwerk ab um den stromverbrauch des rechners einwenig zu senken. Mit staubsauger und pinsel und fundiertem wissen, über dass, was ich da tue, wurde die kiste wieder von innen sauber – und ich bilde mir ein, durch die lüfterreinigung auch etwas leiser.

Ein tracks-special über David Lynch war mir dann noch abendunterhaltung. In einem interview mit einem fotographen erkannte ich den ausschnitt eines seiner bilder im hintergund wieder. Andres Serrano hatte tote im leichenschauhaus fotographiert. Die blonden löckchen von einem bild, die im hintergrund beim interview zu sehen waren, kannte ich aus dem bildband »missing link«. Erstaunlich wie leicht das hirn solche informationen verknüpfen kann.

Rückspultaste: Tagesanfang. Mittags nach dem aufwachen den tag bereits unerträglich zu finden ist keine gute voraussetzung für das wachsein. Bei der wahl zwischen absturz und bettflucht, entschied ich mich für letztere möglichkeit. Zwischendrin aufwachen, eine menschliche stimme ersehnen, telefonieversuche, niemand da, im postfach nur spam, keine IMs, impulslosigkeit, weiterschlafen bis halb acht. Schlafkopfschmerzen und ein knurrender magen drängen zum aufstehen.

Inzwischen ist es wieder zeit ins bett zu gehen. Morgen soll es nach dem aufstehen nicht mehr so grauenvoll sein. Das ist kein zustand.

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