Der kuss des erstarrten jetzt

Über diesen tag gibt es nicht viel zu schreiben. Bettflucht soweit es ging. Hab einige male heute mit Kinga telefoniert. Das konnte meine tiefschwarze stimmung leider auch nur kurzfristig etwas erhellen. Bin unkonzentriert.

Im gestrigen tiefenrausch habe ich dreien mitgeteilt, ihnen nichts mehr mitteilen zu wollen. Zwei dieser menschen sind geographisch einfach zu weit entfernt, leben ihr leben, verändern sich. Ich kenne sie kaum mehr. Jemand den man schätzt und einmal im jahr oder seltener trifft – das ist wie ein grind von einer wunde pulen: Es sieht hübsch aus wie das blut fliesst aber es ist auch schmerzhaft. Mit sowas kann ich nicht umgehen. Und je mehr ich den betreffenden menschen mag, desto schlimmer ist es.

In der gestrigen stumpfheit ging alles ganz einfach. Empathie für andere menschen ist nicht vorhanden, alles wird vor dem hintergrund dieser zähen schwere einfach nur sehr sachlich, alles tun überaus pragmatisch. Das geht so lange gut, bis wieder so ein gedanke ausgelöst wird. Und schon liegt man im bett, heult stundenlang vor sich hin und ist schuld am leid der ganzen welt. Kopfschmerzen, kater, müdigkeit, schlafen um jeden preis.

Der nächste tag lächelt sonnig durch das fenster. Es riecht nach sommer. Eh der erste kaffee durchgelaufen ist, ist wieder diese schwere da. Die distanz zwischen innen- und aussenwelt ist nur durch zynismus und hass auflösbar. Ich schätze mal, das ist ansteckend und deshalb gehe ich in solchen phasen nur ungern vor die tür.

Auf einem viererplatz sitze ich, drei plätze sind noch frei. Gegenüber ein zweierplatz, einer davon verschmutzt. Zwei die sich kennen kommen. Sie nehmen den zweierplatz. Die eine sitzt sehr verkrampft auf der kante des verschmutzten sitzes und ich habe immernoch drei freie plätze um mich herum.

Was schreibe ich wieder für einen mist zusammen. Jetzt soll mich die welt erstmal am arsch lecken. Geh ins bett.

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