Morgenstunde

Verliebt, so sehr verliebt – lange schon nicht mehr. Du sendest mir einen brief aus hamburg, ein allerlei von eindeutigkeiten in trasparente folie geschlagen. Das schreiben fand den weg auch ohne empfängeranschrift – eine durchaus richtige welt, ein zaubernder moment von bei-dir-sein.

Ein windiges baugegrüst, greife von hoch oben mit langem arm einen stapel papier von farbenfrohster mischung dort unten. Einige fachbegriffe fallen. Fragen nach der geologie, sandstein, schiefer und kies. Von aussen durch das fenster in einen raum ohne fragen.

Aufgewacht. Versuche den traum zu rekonstruieren. In assoziationsketten ein soldat: Auf dem boden liegend, den kopf unterm schweren stiefel eines anderen fixiert. Dieser setzt das messer an, zögerlich. Dann der stich durch den hals, bis, nach einigen schneidenden bewegungen, die klinge sich noch blutig von fleisch und haut aus der kehle löst. Schnitt. Eine rotbraune pfütze sickert in den waldboden. Das gurgeln und blubbern des letzten erstickenden atmens erstummt. Den mord hielt ein anderer für filmenswert, für herzeigenswert per internet.

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