Üstra rebooted

Vor einiger zeit hat das hannoversche nahverkehrsunternehmen üstra seine alten fahrkartenautomaten (tix genannt) gegen neue austauschen lassen. Grosse schränke mit touch-screen, diversen zahlungsmöglichkeiten und rthymischen klackern der münzeinwurfseinheit, wenn etwas kaputt ist.

Meine wartezeit in der kälte versüsste mir eben einer dieser automaten durch seinen ausführlichen neustart. Huch, welch überraschung, Höft und Wessel, der hersteller der automaten setzt auf windows XP. In der frühen startphase bekam ich ab und zu den mauszeiger zu sehen, der sich auch ohne probleme per touch-screen steuern liess. Dann kurz eine konsole mit viel zu vielen meldungen. Einen augenblick war auch die taskleiste mit start-button zu sehen, diese wurde jedoch schnell vor meinem unerlaubten zugriff in sicherheit gebracht.

Es folgten einige vollbildschirm-grafiken mit werbung für den hersteller und ähnlichem, die mehrmals kurzzeitig von etwas überdeckt wurden, was aussah, wie eine animation beim minimieren von fenstern.

Der eindruck eines zusammengeschusterten systems würde sicherlich von den entwicklern gezielt heraufbeschworen um vom grundsoliden kern von hardware und software des automaten abzulenken. Und die bedenklich lange startzeit von über fünf minuten rührt bestimmt daher, dass die automaten im hintergrund für die medizinische grundlagenforschung rechenzeitintensive proteinfaltungssimulationen ausführen und so zum wohle der menschheit kaum noch zum fahrkartenverkauf kommen.

Ein kleiner schritt für die fahrkartenautomaten entwickelnden philantropen hinter diesem projekt, ein grosser schritt für das gesamte universum.

Ach ja:

Die zeit der laubgebläse hat begonnen und die besitzer dieser höllenmaschinen müssen wieder zu nachtschlafender zeit der ganzen welt mitteilen, dass sie eine solche knatterkiste besitzen. Diese verfluchten stinkmorcheln sollten verboten werden.

Ich kann mir in meiner kühnsten phantasie nicht ausmalen, wie viele tausend tonnen laub nun täglich in der bundesrepublik durch die gegend gepustet werden. Und das ganz nur, damit sie nach zehn minuten verweilzeit auf dem ihnen zugewiesenen haufen, vom wind wieder in alle himmelsrichtungen verteilt wird. Denn wer will denn nach dem bequemen zusammenpusten den scheiss wegräumen? Das macht doch niemand!

Hauptsache die nachbarn sind unsanft aus ihren träumen in den knatternden morgen katapultiert worden.

Ach ja, teil zwei:

Ich sah heute eine grosse versammlung von dohlen. So viele habe ich in meiner gesamten ornithologenlaufbahn gesehen. Ach ich bin ja kein vogelforscher.

Doch nun ist es für mich zeit ins bettchen zu hüpfen, in der hoffnung, dass ich im bald darauf einsetzenden schlaf nicht mehr gestört werde.

Gute nacht!

Trackbacks & Pingbacks 2

  1. From » Einfach hübsch, was Frank so beim Betrachten de … Nachtwächter-Blah on 22 Okt 2009 at 2009.294 22:34

    […] »tix«) durch den Kopf und anschließend in die Tastatur schießt: »Meine wartezeit in der kälte versüsste mir eben einer dieser automaten durch seinen ausf&#…« – Mann oh mann oh mann, was für ein aufgeblähtes System, um ein paar […]

  2. From Das bloggende Hannover » Blog Archiv » Rückblick Oktober 2009 on 30 Okt 2009 at 2009.302 02:32

    […] dadurch enorm). Ach ja, richtige Dohlen (diese scheinbaren Tschernobyl-Amseln) sieht man auch immer häufiger in letzter […]

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