Suizidgedanken – Tagträumereien des depressiven

In filmen und serien ist der held immer bemüht den suizidalen von seinem vorhaben abzuhalten. Warum? Weil das leben ach so lebenswert ist, so schön sein kann etc. blah blah.

Als depressiver habe ich täglich suizidgedanken. Ehrlich, jeden tag. Und sie sind eine wohltat! Es ist nicht der wunsch nach dem endgültigen ende der eigenen existenz – für mich sls atheist der einzig logische ausgang -, sondern eine sehr bildhafte und entspannende tagträumerei.

Der durchgeführte suizid ist die abgabe jeder verantwortung gegenüber allen und vor allen gegenüber sich selber, das letzte aufgeben, nachdem das getrieben-sein, die sorgen und ängste endgültig vorbei sind und einfach nur noch ein nichts, besser eine unexistenz warten.

Manche menschen träumen von macht, geld, eimfluss und „liebe“, statussymbolen, anerkennung. Im mindset eines depressiven hat das kaum mehr platz. Die auflösung der unerträglichen spannung, die jeden tag das leben zu einer kraftprobe macht, steht im vordergrund. Und über den eigenen tod zu träumen ist ein entspannender weg diesen druck etwas zu nehmen und vielleicht doch noch die kraft zu finden, etwas am tag bewerkstelligt zu bekommen, anstatt die magere restenergie darauf zu verschwenden, dem druck standzuhalten.

Suizidträumereien sind katharsis.

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