Tag des schlafes

Joa, der Tag des Schlafes ist heute, dafür gibt es einen tag. Zu recht. Probleme mit schlaf gibt es genug. Wer „morgens“ nicht aus dem bett kommt hat entweder zu kurz geschlafen (ungesund), ist depressiv (ungesund) oder hat einfach einen scheiss job und ein beschissenes leben (ungesund). Aber trotzdem werden die wachphasen immer weiter ausgedehnt, man muss ja produktiv sein, job und familie, fitness und fernsehen, sozialleben und einkaufen, entspannung und interwebzen unter einen hut bringen. Was liegt da näher, als an schlaf zu „sparen“. Menschen die vom chronotyp her „eulen“ sind, quälen sich um 6 uhr morgens aus dem bett und fahren dann unter schlafentzug zur arbeit – von der fahrtüchtigkeit her äquivalent zum besoffen sein.

Besonders betroffen ist unsere jugend, die während der pubertät ebenfalls zum eulentum tendiert und das nicht erst seit smartphone und internet. Und unsere zukunft, also die jugend, sitzt dann unausgeschlafen, müde, gelangweilt und unkonzentriert in der schule und kann dank verkürzter zeit bis zum abitur, mehr in weniger zeit nicht lernen. Bravo. Burnout mit 16 und mit 30 den ersten infarkt.

Schlaf hat einen schlechten ruf, schliesslich ist er der zeitraum, in dem man nicht fleissig kaufen, saufen, ficken und arbeiten kann. Müdigkeit wird mit kaffee – der weltweit meist konsumierten, psychoaktiven droge – unterdrückt. Wer schläft ist faul. Der schlafende mensch ist unkommunikativ, bewegungsarm wie ein faultier, er ist unproduktiv und der ungeweckte bedürfte nach Glasgow coma scale eigentlich medizinischer behandlung. Schlaf ist ein gesellschaftliches verbrechen. QED.

Nicht nur die zeit, die geschlafen wird, wird gnadenlos runtergekürzt, auch die qualität des schlafes wird schlechter – was die enorme und stetig steigende zahl an verschreibungen von ein- und durchschlaffördernder medikamente zeigt und ebenso die selbstmedikation durch verschreibungsfreie medikamente und diverse drogen.

Zu kurzer und zu schlechter schlaf dürfte eines der meistignorierten probleme der westlichen gesellschaft sein, mit zehntausenden toten und milliardenschäden pro jahr. Wer mir nicht glaubt, sollte google bemühen und eine kleine recherche machen, denn ich bin zu müde quellen anzugeben. Es gäbe noch viel über das thema zu schreiben, aber auch dazu bin ich zu müde. Gute nacht und angenehme träume.

P.S: Ein link für die, die tiefer in das thema einsteigen wollen: Sleep: Neurobiology, Medicine, and Society by Ralph Lydic, Ph.D., Helen Baghdoyan, Ph.D.

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